Chichén Itzá – Eines der 7 neuen Weltwunder hautnah erleben

Pyramide "El Castillo" von Chichén Itzá

Wer eines der 7 neuen Weltwunder hautnah erleben möchte, der sollte sich rund 120 Kilometer östlich von Mérida einfinden. Hier ist die größte und womöglich eine der imposantesten Ruinenstätte Yucatáns zu finden – genannt Chichén Itzá.

Die riesige Tempelstadt gilt als die am meisten besuchte archäologische Stätte Mexikos und als DER Touristenmagnet der Yucatán Halbinsel. Seit 1988 gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO. Chichén Itzá war die wichtigste Stadt der Maya-Kultur (etwa 900 bis 1300 n.Chr.). Die Bauten sind so imposant, dass man sich nur sehr schwer vorstellen kann, wie es zu jener Zeit möglich war, diese zu erbauen.

Rundgang und berühmte Bauten von Chichén Itzá

Das Highlight zu Beginn… Die Pyramide von Kukulkán (El Castillo)

Chichen Itza El Castillo

Das wohl bekannteste Bauwerk, die Pyramide des Kukulcán gilt als das populärste Bauwerk, das Chichén Itzá zu bieten hat. Nicht nur wegen der Höhe von knapp 30 Metern wirkt das Bauwerk so überwältigend, es gilt zudem als Jahreskalender. 4 Treppen mit je 91 Stufen führen auf eine Plattform, insgesamt also 364 Stufen. Die 365. Stufe befindet sich auf der Spitze der Pyramide, welche auch “El Castillo” genannt wird, vor dem Tempel des Schlangengottes Kukulcán. Jede Stufe steht für einen Tag innerhalb eines Jahres, was den enormen astronomischen Wissensstand der Mayas in präkolumbischer Zeit deutlich macht. Und das ganz ohne moderne Technik von heute. An allen Aufgängen der Pyramide sind Schlangenköpfe des Gottes Kukulcán zu sehen.

Wenn die Sonnenwende ansteht, 2 x pro Jahr, erscheint der Schatten einer Schlage an der Pyramide, dieser Schatten kriecht dann den Treppenaufgang hinunter. Ein Spektakel, das von tausenden Besuchern immer am 21. März und am 21. September mit Spannung verfolgt wird.

Die prächtige und präzise Bauweise, welche zu jener Zeit ohne maschinelle Hilfe umgesetzt werden musste, fasziniert jeden Besucher. Trotz des Alters, gibt El Castillo den Archäologen immer noch große Rätsel auf.

Templo de los Guerreros & Palacio de las Columnas Esculpidas

Chichen Itza - Templo de los Guerreros & Palacio de las Columnas Esculpidas

Nordöstlich der Pyramide von Kukulkán ist der Kriegertempel angeordnet. Er trägt den Namen Templo de los Guerreros und ihm wird nachgesagt das schönste Bauwerk der Maya zu sein. Auf der obersten Plattform ist der Gott Chaac-Mol in liegender Stellung zu bewundern. Am Tempel angeschlossen befindet sich der Palacio de las Columnas Esculpidas (Palast der tausend Säulen): Statt 1000 sind es gesamt 500 stattliche Säulen, die ursprünglich ein Gewölbedach aus Holz trugen, welches im Laufe der Zeit in sich zusammenfiel. Die einzelnen, quadratischen Säulen weisen beeindruckende Darstellungen mit feinen Reliefs von Kriegern in toltekischer Aufmachung, Schlangen und Vogelfiguren auf.

Der heilige Brunnen – Cenote Sagrado

Cenote Sagrado - Chichen Itza

Hierbei handelt sich um eine nach oben hin freie Cenote mit mehr als 60 Metern Durchmesser und 13 Metern Wassertiefe. Der Brunnen wurde von den Mayas jedoch nicht als Trinkwasserreservoir genutzt, sondern als Eingang zur Unterwelt betrachtet. Das erklärt, warum zahlreiche Opfergegenstände aus Gold und Jade darin gefunden wurden – derart viele,  sodass manche die Cenote sogar mit dem Pantheon in Rom vergleichen. Forscher fanden neben religiösen Gegenständen auch zahlreiche menschlichen Knochen, was für die Maya als Opfergaben nicht unüblich war.

Der große Ballspielplatz – Juego de pelota

Von den wohl über 520 gefundenen Ballspielplätzen auf Yucatán stellt dieser Ballspielplatz (Juego de Pelota) mit einem Ausmaß von 168 x 38 Meter und einer Höhe von 8 Metern den größten und bedeutendsten dar.

Juego de Pelota - Chichen ItzaAuf jeder Seite befindet sich auf der Höhe von etwa 7 Metern je ein schlangenverzierter Ring, durch den der Ball geschlagen werden musste. Bälle waren damals aus Kautschuk und nach wie vor sind sich Forscher uneinig, ob sich im Inneren des Balles ein Totenschädel befand.
Die Motive der beiden Ringe lassen vermuten, dass hier Ball gespielt wurde, allerdings nicht gleichzusetzen mit dem heutigen Fußball. Jeder Spieler besaß Protektoren an Armen und Beinen, mit denen der Ball gespielt werden musste; dieser durfte dabei nie den Boden berühren. Desweiteren ist es wahrscheinlich, dass der Anführer der gefallenen Mannschaft geopfert wurde – der Kapitän der Gewinnermannschaft hält ein Messer in seiner Hand und den blutenden Kopf des Opfers in seiner anderen.

Auch die Akustik des Spielfeldes gestaltet sich als einmalig. Klatscht man irgendwo auf dem Platz in die Hände, erklingt ein großes, bis zu 7-faches Echo. Besonders faszinierend: Wer sich jeweils mittig in die Kopfgebäude stellt, kann sich problemlos unterhalten, obwohl man fast 200 Meter entfernt steht. Die Leute herum bekommen davon jedoch kaum etwas mit. Das alles ist kein Zufall, sondern eine akribische Planung und Bauweise der Maya gewesen.

Das Hohenpriestergrab  – El Osario

Chichen Itza El Osario

Wer sich hier einfindet, der ist in der Altstadt von Chichén Itzá angelangt. Hier steht die Pyramide des Hohenpriesters die als Kleinformat der Pyramide von Kukulcáns gilt. Sie ähnelt in ihrer Struktur dem Castillo mit ihren gestuften Außenwänden und Treppen auf allen vier Seiten, welche am Boden in Schlangenköpfen enden. Im Innenbereich ist ein Opfertisch aufgestellt. Auf vier geschnitzten Hochrelief-Tafeln sind Männer abgebildet, die Masken und Kostüme aus Vogelfedern tragen und offenbar einen rituellen Tanz durchführen.

Das Nonnenkloster Las Monjas und La Iglesia

Chichen Itza Las Monjas

Das Gebäude Las Monjas, zu deutsch “die Nonnen”, liegt auf einer Plattform, die es mit dem Caracol und zahlreichen kleineren Bauten wie auch der Kirche (=Iglesia) teilt. Durch die Anzahl zahlreicher baulicher Umgestaltungen, die in bis zu 6 Etappen durchgeführt wurden, dürfte Las Monjas zu einer der komplexesten Bauten in Chichén Itzá gehören. Rings um die Eingangstür sind die Zähne eines Schlangenmauleingangs angeordnet – für ein vollständiges Schlangenmaul fehlen jedoch die Augen und Nase.

Der Schneckenturm – Caracol

El Caracol Chichen Itza Maya Ruine

Der Schneckenturm (Caracol) erhielt seinen Namen anhand seiner spiralförmigen Treppe im Inneren, welche in den oberen Teil des Gebäudes führt. Der obere Aufbau, der eine Beobachtungskammer enthielt, hatte mehrere tiefe und schmale Fensteröffnungen nach außen. Es wird vermutet, dass das El Caracol ein antikes Observatorium war und den Mayas die Möglichkeit bot, Veränderungen des Himmels auf der gesamten Halbinsel Yucatáns ohne Behinderung zu betrachten.

Das Rote Haus – Casa Colorada

Chichen Itza - La Casa Colorada

Dieses Gebäude besticht durch seine roten Wandmalereien im Inneren, die in kleinen Resten erhalten sind. Das Rote Haus besteht aus einem Vorraum und drei weiteren Zimmern. Zu bewundern ist die lange Hieroglyphenschrift. Auf der Rückseite des Gebäudes wurde später an den hohen Sockel ein Ballspielplatz angebaut. Unmittelbar daneben, ebenfalls auf einer hohen Terrasse mit monumentaler Treppe, befindet sich die Casa del Venado, das Haus des Hirsches. Der Name beruht auf die Überreste der Wandmalereien, auf welchen ein Hirsch zu erkennen ist.

Dank der imposanten und zum Teil sehr gut erhaltenen Bauten zählt Chichén Itzá wohl zu den am besten erhaltenen Ruinenstätten der Mayas – Die Meistbesuchte mit Sicherheit. Die Kukulcán-Pyramide dürfte eines der beliebtesten Fotomotive von Mexiko-Touristen überhaupt sein. Wohl kein Bauwerk der Maya ist bekannter. Mit täglich über 8.000 Besuchern ist Chichén Itzá mittlerweile nach der Azteken-Stadt Teotihuacán die archäologische Stätte mit der zweit höchsten Besucherzahl in Mexiko. Wer trotz der zahlreichen Touristen einen entspannten Tag in Chichén Itzá verbringen möchte, sollte folgende Infos & Tipps beachten.

Lageplan und nützliche Infos für den Besuch von Chichén Itzá 

Lageplan von Chichen Itza
Tipp: Den Umgebungsplan kann man sich hier ansehen und ausdrucken.

Öffnungszeiten

Montag bis Sonntag 8:00 bis 17:00 Uhr

Eintrittspreis

Für ausländische Besucher beträgt der Eintritt umgerechnet ca. 15€

Hin- und Rückfahrt

Entfernung:

Cancún: 200km  |  Mérida: 120km  |  Tulum: 150km

Per Auto:

  • Von Cancún dauert die Fahrt mit dem Auto ca. 2,5 Stunden. Der Weg zur Pyramidenstätte ist gut ausgeschildert und es geht stets entlang der Bundesstraße 180D.
  • Von Mérida aus geht es ein weniger zügiger. Für ca. 120km benötigt man auf der Bundesstraße 180D ca. 1 Std. 20 Min.

Per Bus:

  • Von Cancún aus mit einem ADO Bus. Der Bus fährt morgens um 8:45 Uhr; die Rückfahrt ist gegen 16:30 Uhr. Hin- und Rückfahrt kosten ca. 400 MXN$ (= ca. 17€). Die Fahrt dauert pro Strecke ca. 3 Stunden.
  • Von Mérida aus fahren 4 Busse zwischen 6:30 und 9:15 Uhr nach Chichén Itzá – die Rückfahrt ist um 16:30 Uhr. Hin- und Rückfahrt kosten ca. 340 MXN$ (= ca. 15€). Die Fahrt dauert pro Strecke ca. 1,5 – 2 Stunden.
  • Nähere Infos sowie weitere Abfahrtsziele (u.a. Tulum) unter ado.com.mx.

Tipps für den perfekten Ausflug

  • Ausreichend Sonnencreme und Wasser mitnehmen, das Areal ist groß und sehr sonnig (1547 Hektar).
  • Die Pyramide ist seit vielen Jahren bereits für die Besucher gesperrt. So ist keine Besteigung möglich, um die Bausubstanz durch die vielen Besucher nicht zu gefährden.
  • Es lohnt sich, zeitig vor Ort zu sein – vormittags kurz nach Öffnung sind noch die wenigsten Besucher da.
  • Im Eingangsbereich ist ein Ticketschalter plus eine Gepäckaufbewahrung vorzufinden.
  • Wem nach der Besichtigung der Hunger packt, der sollte die kleine Stadt Piste besuchen, sie ist 5 Minuten mit dem Auto von Chichén Itzá entfernt. Dort gibt es zahlreiche kleine Restaurants, die einheimische Köstlichkeiten servieren. Obendrauf gibt es dort in der Nähe die Cenote Ik kil, die einen Besuch wert ist.
    Wer noch eine Nacht einplanen kann, sollte dies im nahegelegenen Valladolid tun. Die kleine Stadt versprüht viel Charme und ist ein idealer Ausgangspunkt für weitere Ausflüge.
  • Wer sich im Vorfeld informieren oder auf vor-Ort auf einen Guide verzichten möchte, macht mit diesem Reiseführer nichts verkehrt.