Go see the monkeys: Dschungelausflug ins Punta Laguna Nature Reserve

Punta Laguna Nature Reserve

Wer die Yucatán-Halbinsel bereist, sollte unbedingt einen Abstecher in den Dschungel machen. Man wird erstaunt sein, wie laut es dort eigentlich zu geht: Vogelzwitschern von allen Seiten, knackende Äste und Affengebrüll! Und genau die lassen sich dort in freier Natur vor die Linse bekommen und beobachten, wie sie von Ast zu Ast springen.

Spinnenaffe

Das Punta Laguna Natur und Affen Reservat

Fernab von klassischen Touristen-Hochburgen wie Chichen Itza oder Tulum und in ruhiger Lage, befindet sich das Punta Laguna Natur Reservat. Es ist die Heimat des Klammeraffen (Spinnenaffen) und des Pumas.
Seit 2002 ist Punta Laguna ein nationales Schutzgebiet mit dem offiziellen Namen “Otoch Ma’ax Yetel Kooh” (die Heimat des Spinnenaffen und dem Puma) mit einer Fläche von 5.367.423 Hektar. Insgesamt leben dort rund 120 Dorfbewohner, die dem Maya Stamm angehören und auch weiterhin die Sprache sprechen. Man kann im Reservat also neben den Tieren und der Natur noch tiefer in die Kultur der Maya eintauchen.
Punta Laguna ist ein schönes Beispiel dafür, wie die örtlichen Dorfbewohner sowohl den Tourismus als auch den Schutz ihres Natur- und Kulturerbes gleichzeitig handhaben können. Die Maya-Gemeinschaft hat Jahre damit verbracht, diesen Ort so zu erhalten, wie er ist.

Das Punta Laguna Natur Reservat bietet zahlreiche Outdoor-Aktivitäten, wie Ziplining, Canyoning, Baden in einer unterirdischen Cenote, Schamanen Zeremonien und natürlich: Affen in freier Wildbahn. Da das Reservat etwas abseits liegt und ohne Auto nur schwer zu erreichen ist, lässt sich ein Tag dort meist ruhig und entspannt verbringen.

Aktivitäten im Punta Laguna Natur Reservat

Spinnenaffen im Dschungel erleben

Die Spinnenaffen sind für diese Gegend des Dschungels bekannt. Es leben geschätzt 400 bis 800 Spinnenaffen im Reservat. Auch eine kleinere Menge von Brüllaffen kann während der Wanderung durch den Dschungelwald rund um die Lagune beobachtet werden. Spinnenaffen sind tagaktive Baumbewohner, die sich bevorzugt im oberen Kronenbereich der Bäume aufhalten. Wenn es nötig ist, kommen sie auch auf den Boden – da sie jedoch sehr scheu sind, wird man diese eher auf den Bäumen beobachten können.

Sie sind besonders geschickt im Klettern und schwingen sich mit den Armen oder an ihrem Schwanz hängend, von Baum zu Baum. Spinnenaffen leben in kleinen Gruppen zusammen, die sich oft hintereinander durch die Bäume bewegen. So vermindern sie das Risiko von Abstürzen, da das vorderste Tier bereits die Äste auf ihre Tragfähigkeit getestet hat. Spinnenaffen sind Vegetarier und ernähren sich von Blättern, Früchten und andere Pflanzen.

Mit einem Guide (span. “guía”) geht es zu Fuss etwas tiefer in den Wald entlang eines Pfades dorthin, wo die Affen leben. Obwohl die Guides oft nur in Flip Flops unterwegs sind, sollte an festes Schuhwerk wie Turnschuhe gedacht werden. Der Guide simuliert die Rufe der Affen und kann sie oftmals anlocken. Da dies jedoch die echte Wildnis ist, kann es unter Umständen einige Zeit dauern, bis man die Affen zu Gesicht bekommt. Zudem sind sie durch ihr Fell gut getarnt, sodass man genau hinsehen muss. Meist sitzen sie in den Baumkronen und springen von einer zur Nächsten. Die Wanderung im Dschungel dauert ca. 45-60 Minuten. Während man auf der Suche nach den Affen ist, kann man die besonderen Pflanzen und Bäume des Waldes beobachten. Der Guide erklärt dazu auch einiges, z.B. wie die Maya früher sowie auch noch heute, die Pflanzen gegen Krankheiten und Beschwerden nutzen.

Die Lagune: Canyoning

Die Lagune ist ca. 90 Hektar groß und misst eine Tiefe von 10-30 Metern. Mit den blauen Kanus geht es auf den See, der ringsherum vom Dschungel umgeben ist. Alles was zu hören ist, sind Vogelgezwitscher und die Geräusche des Waldes. Die Kanus haben keinen Motor, das heißt es muss selbst gepaddelt werden. Sie sind recht groß und haben für ca. 4 Personen Platz. Vom Steg geht es los und man kann in Eigenregie den See entlang paddeln und die unberührte Natur genießen.

Zeremonie eines Schamanen

In der Regel muss vor Beginn der Dschungeltour eine Reinigungszeremonie durchgeführt werden, die als übliches Ritual gilt, um frei von bösen Energien und “rein” den Dschungel zu betreten. Die Zeremonie wird durch einen Schamanen und Gründungsmitgliedes der Gemeinde abgehalten und dauert nicht lange. An einem mit Holz und Zweigen gebauten, Altar-ähnlichem Tisch wird mit Rauch und Bitten in der Sprache der Maya, die Zeremonie abgehalten.

Zip-lining

Zip-lining

Wer hoch hinaus mit einem Schuss Adrenalin will und nebenbei die Schönheit der Natur bestaunen möchte, der sollte die Möglichkeit des Zip-linings nutzen! Beim Zip-lining gleitet man entlang eines gespannten Sicherungsseils (z.B. Stahlseile) von Baum zu Baum, während man mit einem Gurtsystem verbunden ist.

Von Wipfel zu Wipfel lässt einen das 240 Meter lange Sicherungsseil über die Lagune fliegen. Eine bessere Aussicht gibt es nicht! Die Ausrüstung wie Schutzhelm, Gurte und Karabinerhaken werden vor Ort gestellt und die Guides geben Anweisungen beim Anlegen. Alles was man dann noch tun muss, ist sich anschnallen und die Fahrt bzw. den Flug genießen.

Baden in der unterirdischen Cenote “Las Calaveras”

Wer eine Erfrischung oder ein Abenteuer braucht, kann in der unterirdischen Cenote baden gehen. Spannend ist schon der Abstieg – denn genauer gesagt, lässt man sich abseilen. Das Wasser im Inneren ist klar und kühl und sie wird von kleinen Fledermäusen bewohnt, die an der Decke hängen. Die Cenote ist mit Lichtern im Inneren beleuchtet, sodass man nicht im Dunkeln schwimmt.
Wer sich einmal wie Indianer Jones fühlen will, sollte den Abstieg wagen: Denn im Innern befinden sich 127 menschliche Totenköpfe aus den Jahren 200-400 nach Christus! Sie befinden sich am Boden unter Wasser. Daher trägt die Cenote auch ihren Namen “Las Calaveras”, was zu deutsch “Die Totenköpfe” bedeutet. Dies galt als ein Ritual der Maya, die vor langer Zeit diese Cenote als Grabkammer oder auch zur Opfergabe benutzten. So nah wie hier wird man der Geschichte der Maya nur selten kommen.

Anfahrt zum Reservat

Am besten besorgt man sich hierfür einen Mietwagen, da es bis auf organisierte Busreisen, nicht wirklich öffentliche Verkehrsmittel gibt, die Punta Laguna anfahren.
Von Tulum sind es ca. 60 km, von Cobá 20 km, stets entlang der Straße 109. So lässt sich auch ein Besuch mit der Ruinenstätte von Cobá verbinden. Wer von Cancún direkt kommt, fährt ca. 110 km.

Praktische Tipps und Hinweise

  • Öffnungszeiten: von 8 Uhr bis 17 Uhr ist täglich geöffnet.
  • Es empfiehlt sich die Affen gegen Nachmittag zu besuchen, zwischen 15 und 16 Uhr. Dann sind sie wach und aktiv und lassen sie sich am besten sehen.
  • Eintritt: ca. 350 MXN Peso (ca. 17€) p.P. für alle Aktivitäten. Wer nur die Affen sehen will bezahlt ca. 70 MXN Peso p.P. sowie 300 MXN Peso für den Guide.
  • Services: Es werden Getränke und etwas zu Essen am Eingang verkauft. Toiletten sind ebenso vorhanden.
  • Kleidung: Wer Schwimmen gehen will, sollte Badekleidung und ein Handtuch mitnehmen. Für den Dschungel empfehlen sich geschlossene Schuhe.
  • Hinweis: Um das Wasser in der Cenote nicht zu verunreinigen, sollten keine Cremes, wie z.B. Sonnencreme, verwendet werden. Das Wasser dort ist sehr klar und rein, was für das Ökosystem wichtig ist. Wer die Totenköpfe in der Cenote sehen möchte, sollte eine Taucherbrille mitnehmen.

 

Quellen externer Bilder (der Reihe nach geordnet):
* Affen: Tripadvisor/Alissa W.; Pixabay/Mariamichelle; Tripadvisor/Adam-Dare; Pixabay/LunarSeaArt;
* Cenote: blog.tulumrealestate.com; paseotours.com; arqueologiamexicana.mx
* Zip-lining: paseotours.com

3 thoughts on “Go see the monkeys: Dschungelausflug ins Punta Laguna Nature Reserve

  1. Kann Punta Laguna total empfehlen! Die Affen waren Wahnsinn, wie sie in den Bäumen umher sind. Kein Vergleich zum Zoo!!
    Wir sind von Tulum aus morgens nach Coba und gegen Mittag ins Punta Laguna Reservat. Auf dem Weg kommt man an einer recht großen Talavera-Manufaktur vorbei! Dort sollte man mal halten, wir haben tolle Souvenirs gefunden.

  2. Hallo!
    Wir waren dort auch! Kann einen Ausflug dorthin wärmstens empfehlen.
    Wir haben es auch mit Coba verbunden, weil das praktisch auf einer Strecke liegt. Wir sind damals von Playa del Carmen aus gefahren, ist ein wenig länger, aber auf dem Weg kann man den Dschungel bestaunen. VG

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