Land & Leute: Mexikos Bevölkerung

Mexikos Bevölkerung

Mexiko ist ein großes Land, dessen Bevölkerung stetig wächst: Waren es 2006 noch rund 111 Millionen Einwohner, stieg die Zahl bis 2016 schon auf 128 Millionen Einwohner. Im weltweiten Ranking liegt Mexiko auf Platz 11 und zählt als das einwohnerreichste, spanischsprachige Land überhaupt.

Das Durchschnittsalter in Mexiko beträgt 27,8 Jahre. Mexiko besitzt demnach eine relativ junge Bevölkerung, die mit zunehmendem Alter abnimmt.

Mexikos Bevölkerung
(Quelle: Wikipedia.org)

Von den 128 Mio. Einwohnern leben 75 % in den Städten. Als größtes Ballungszentrum gilt Mexiko City, in dem ein Viertel der Gesamtbevölkerung lebt, also rund 32 Mio. Menschen. Die Migration aus ländlichen Gebieten hat sowohl die modernen, an westliche Standards angepassten, mexikanischen Städte, als auch die großen Industriezentren an der Grenze zu den USA zum Ziel. Immer mehr Mexikaner zieht es vom Land in die Städte, in der Hoffnung auf bessere Chancen in Bezug auf Arbeit und Lebensstandard. Dennoch zählen zwei Drittel der Stadtbevölkerung zur ärmeren Schichten, die häufig in Slumvierteln der Metropolen leben.
Die größten Ballungszentren bzw. Städte Mexikos sind Mexiko City, Guadalajara, Monterrey, Ecatepec, Puebla, Nezahualcóyotl, Juárez, Tijuana, León und Zapopan. Diese Großstädte befinden sich hauptsächlich im Landesinneren, die Küstengegenden sind dagegen eher dünn besiedelt.

Metropolregionen in Mexiko
(Quelle: wikipedia.org)

Soziale Situation

Armut und Ungleichheit gelten als die zentralen Probleme Mexikos. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in Mexiko leider sehr hoch. Die Mittelschicht ist gering. Es ist nicht unüblich, dass auch die visuelle Grenze zwischen Arm und Reich deutlich sichtbar wird, wenn man die Wohnverhältnisse betrachtet: Der mexikanische Fotograf Oscar Ruiz macht dies deutlich anhand seiner Bilderserie, die zeigt, wie nah Arm und Reich sich auch in räumlichen Verhältnissen kommen.

Oscar Ruiz: Grenzen zwischen Arm und Reich in Mexico City
(Quelle: Oscar Ruiz | adeevee.com)

Die ethnische Zugehörigkeit korreliert stark mit der Einkommenssituation. Zum Großteil gehören diejenigen, die in hoher Armut leben, den indigenen Gruppen in Mexiko an. Das drückt sich insbesondere in gesundheitlichen Aspekten sowie hohen Unterschieden im Einkommen und der Bildung aus. 10% aller in Mexiko lebenden Personen können nicht lesen und schreiben.
Im Vergleich zu Lateinamerika gilt Mexiko neben Brasilien als Schwellenland und relativ entwickelt, was Soziales und Armut anbelangt.

Bildungsniveau

Obwohl die allgemeine Schulpflicht besteht, absolvieren 30% der Kinder die Schule nur bis maximal zum 6. Grundschuljahr. Höhere Bildung ist meist den Privatinstituten und -universitäten vorbehalten, das staatliche Universitätssystem ist nur schlecht ausgebaut, aufgrund fehlender Organisation und Fördermittel.
Allgemein ist der Ruf von öffentlichen Schulen eher schlecht. Meist gibt es Alternativen dazu nur in den Städten. Der mexikanische Staat fördert jedoch verschiedene Programme sowie Privatschulen und Universitäten, um dem entgegen zu wirken. Familien, denen es finanziell möglich ist, schicken ihre Kinder auf private Institute. Teure und an nordamerikanischen Modellen orientierte Privatuniversitäten, wachsen.
Als Ausnahme gilt die staatliche Universität Nacional Autónoma de México, die als Größte im Land und zu den besten der Welt zählt.
Auch genießen mexikanische Ärzte und Kliniken generell einen guten Ruf. Aus ganz Mittel- und Südamerika zieht es Studenten an, um ein Medizinstudium in Mexiko zu absolvieren.

Frauen und Familie

Das klassische Frauenbild hat auch in Mexiko zunehmend ausgedient. Die Rolle als Hausfrau und Mutter wandelt sich zunehmend. Immer mehr Frauen streben nach beruflichem Erfolg und Selbstständigkeit und tragen maßgeblich zur Erwirtschaftung der familiären Lebensgrundlage bei. So haben das Bildungsniveau und der Anteil von Frauen am Arbeitsmarkt stark zugenommen.
Auch unterliegt die Rolle des Mannes, der dominanten Figur in der Gesellschaft und des Familienhauptes – was insbesondere mit dem Begriff „Machismo“ in Relation steht – demselben Wandel.

Die durchschnittliche Anzahl an Kindern liegt in mexikanischen Familien bei 2,4 Kindern. Generell zählt die mexikanische Kultur als sehr familienorientiert. Die emotionale Bindung in den Familien und der Verwandtschaft ist meist sehr stark. Die Familie und der Zusammenhalt stehen an sehr hoher Stelle und beziehen sich dabei nicht nur auf 2 Generationen – Groß- und Urgroßelter, Tanten und Onkel sowie selbst entferne Cousins und Cousinen zählen zum engen Kreis, der sich selbstlos in der Not hilft, Jobs verschafft oder sonstige Hilfe leistet.

Religion & ethnische Gruppen

Mexiko ist ein sehr christliches Land. 82% der Mexikaner sind Katholiken, 7,5% Protestanten. 3,5 % bezeichnen sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig. Religion hat in gewissen Schichten der Gesellschaft eine große Bedeutung, insbesondere unter der ländlichen Bevölkerung und weniger für die Einwohner der Großstädte.
Der Großteil der Mexikaner sind Nachkommen aus der Verbindung zwischen europäischen Einwanderern und den Angehörigen der indigenen Ureinwohner Mexikos. Diese Gruppe (genannt Mestizen) macht ca. 60% der Gesamtbevölkerung aus. Weitere 10 % zählen zu der weißen Bevölkerung, häufig europäisch-stämmige und hauptsächlich Nachkommen der Spanier durch die Eroberung Mexikos. Demnach ist der Großteil der Bevölkerung genetisch gesehen, eine Mischung aus europäischen bzw. meist spanischen Vorfahren sowie den Ureinwohnern des Landes. Die indigenen Gruppen („Amerindians“) kommen zusammen auf rund 30%, unter anderem Maya und Nahua, Nachkommen der Azteken. Geschätzt existieren 56 indigene Ethnien mit einer Vielzahl an Ursprachen, eigenen Traditionen und Gewohnheiten.
Zu den Ärmsten des Landes zählen diese indigenen Gruppen, welche häufig abwertend behandelt werden. Dies führt bei vielen zu Identifikationskonflikten und Verleugnungen ihrer Wurzeln, aus Angst vor Diskriminierung. Der mexikanische Staat setzt jedoch immer mehr auf die Förderung der Integration indigener Völker.
Zudem gibt es in keinem anderen Land der Welt noch so viele indigene Völker wie in Mexiko.