Mexiko: Gesundheit und Krankheiten

Gesundheit und Medizin in Mexiko

Schwerwiegende Tropenkrankheiten sind in Gebieten bis auf den Dschungel in der Regel nicht zu befürchten. Dennoch sollten im Vorfeld bestimmte Reisevorkehrungen wie Impfungen oder eine ausgestattete Reiseapotheke getroffen werden. Um beim Aufenthalt in Mexiko nicht zu erkranken, gibt es grundlegende Maßnahmen, die es für die Gesundheit zu beachten gilt.

Vorsicht bei Leitungswasser

Das Leitungswasser ist in Mexiko nicht trinkbar. Um nicht Gefahr zu laufen, an einer Darminfektion oder Durchfall zu erkranken, sollte nur abgepacktes Wasser getrunken werden. Für den Abwasch oder das Zähneputzen kann das Leitungswasser jedoch ohne Probleme verwendet werden, solange es nicht geschluckt wird. Ein besonderer Hinweis gilt für Getränke in Restaurants oder Clubs: generell werden diese mit Eiwürfeln serviert. Um auch hier einem Infektionsrisiko zu entgehen, sollten Getränke immer ohne Eiswürfel bestellt werden, was auf Spanisch „sin hielo“ (=ohne Eis) bedeutet.

Krankheiten durch Speisen

Wer generell zu einem empfindlichen Magen neigt, sollte den Genuss von Speisen an Straßenständen meiden. Mexiko ist für seine Kulinarik an Ständen, Märkten und auf die Hand bekannt, dennoch sollte man sich mit Vorsicht erst einmal herantasten.
Ebenso gilt für Früchte und Gemüse, dieses mit Trinkwasser aus der Flasche zu waschen und am besten zu schälen.
Scharfe Speisen und Chili stehen in Mexiko an der Tagesordnung. Um sich hier keinen flauen Magen zu holen, sollte man sich im Vorfeld erkundigen, wie scharf die Speisen tatsächlich sind. Speisen, die als „pica mucho“ (= sehr scharf) bezeichnet werden, sollte man eher meiden oder mit Vorsicht probieren.

Ärztliche Versorgung in Mexiko

Die ärztliche Versorgung sowie medizinische Einrichtungen genießen in Städten einen guten Ruf in Mexiko. Es stehen staatliche und private Krankenhäuser, Ärzte, Kliniken und Apotheken zur Verfügung, die im Falle von einer Erkrankung konsultiert werden können. In ländlicheren Gebieten sind die technischen und hygienischen Standards häufiger nicht mit denen in Deutschland vergleichbar.
Arzneimittel erhält man häufig ohne Rezept. Zudem dürfen Apotheker leichte Erkrankungen und Verletzungen behandeln.
Da die Höhenlage in Mexiko unterschiedlich sind (Mexico City liegt bspw. relativ hoch), kann es passieren, dass Besucher eine Akklimatisationszeit benötigen. Vor allem besitzt die Hauptstadt Mexico City erhöhte Smog-Messwerte, was ebenfalls bedacht werden sollte (jedoch bei einem Reisetrip keine gesundheitlichen Folgen mit sich zieht).
Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung sowie einer Reiserückholversicherung wird empfohlen. Informationen bietet hier die jeweilige Krankenkasse. Zudem besitzen Träger der MasterCard Gold oder Visa Card Gold bereits über die Kreditkarte einen Versicherungsschutz. Genauere Informationen gibt es hierfür ebenfalls beim jeweiligen Kreditinstitut.
Die Kosten für medizinische Behandlungen (prinzipiell auch bei Notfällen!) sowie für Medikamente müssen insbesondere im privaten Sektor in der Regel vor Ort sofort in bar, häufig auch Kreditkartenzahlung, beglichen werden.

Hinweise bei ärztlichen Notfälle

Sollte es während der Reise zu einer (schwereren) Erkrankung kommen, können sich Reisende an den regionalärztlichen Dienst der deutschen Botschaft in Mexiko wenden: Das Regionalarzt-Team kümmert sich um die medizinische Betreuung und Beratung der deutschen Botschaften und Generalkonsulate in Lateinamerika und in der Karibik. Wir helfen im medizinischen Notfall nicht nur deutschen und europäischen Staatsbürgern, die sich in Mexiko oder in der Region aufhalten.
Telefonische Terminvereinbarung unter +52 55 5283 2281
Weitere Informationen zum regionalärztlichen Dienst.

Die deutsche Botschaft bietet zudem eine Auflistung sämtlicher Ärzte an, die auf der Reise in Mexiko konsultiert werden können und entweder deutsche Ärzte sind oder zumindest Deutsch und/oder Englisch beherrschen.

Zudem sollte in akuten Fällen die eigene Krankenkasse konsultiert werden. Diese können in konkreten Fällen direkt weiterhelfen und Ärzte, Praxen und Krankenhäuser für eine nötige Behandlung empfehlen!

Impfungen: Empfehlungen

Für Reisen nach Mexiko sind Impfungen nicht zwingend vorgeschrieben – dennoch sollte man sich vor Reiseantritt vergewissern, ob bzw. welcher Impfschutz besteht. Für Kinder und Erwachsene empfiehlt das Auswärtige Amt, die Standardimpfungen gemäß dem aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes (www.rki.de) anlässlich einer Reise nach Mexiko zu überprüfen und ggf. zu vervollständigen.
Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Mumps, Masern, Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza. Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt sowie bei besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen.

Übersicht: Impfempfehlungen für Mexiko-Reisen

Impfempfehlungen Mexiko
Welche Impfungen darüber hinaus für Mexiko-Reisen empfehlenswert sind, hängt von der Art der Reise (z.B. Dschungelreisen) ab und muss in einem Beratungsgespräch mit dem Hausarzt geklärt werden.

Reiseapotheke

Eine Reiseapotheke sollte bei jedem Urlaub mitgeführt werden. Je nach Art der Reise sollten folgende Inhalte nicht fehlen:
• Sonnenschutzmittel (für Kinder mit hohem Lichtschutzfaktor)
• Insektenschutzmittel (insbesondere für Reisen in Dschungel- und Tropengebiete)
• Verbandsmaterial und Pflaster
• Fieberthermometer
• Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen
• Schmerzmittel (bspw. Ibuprofen, Aspirin, Paracetamol u.a.)
• Arzneimittel gegen Magen- und Darmprobleme (Durchfall, Sodbrennen, Verstopfung usw.)

Um nichts zu vergessen und adäquat vorzusorgen, sollte man sich in einer Apotheke beraten lassen.

Hinweis: Sollten bestimmte Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, benötigt werden, sollten diese sicherheitshalber in doppelter Menge mitgenommen und halb-halb auf Hand- und Reisegepäck verteilt werden.
In bestimmten Ländern gibt es Einfuhrverbote für Medikamente – dies gilt auch für Transitländer, in denen nur der Flug gewechselt wird! Hierzu sollte ein Arzt konsultiert werden, um ggf. ein Attest für die Mitnahme persönlicher Medikamente auszustellen.

Mexiko: Tropen- und Reisekrankheiten

Trotz vieler Vorsichtsmaßnahmen passiert es manchmal, dass Touristen statt Souvenirs unangenehme Tropenkrankheiten mitbringen.

• Dengue-Fieber: Seit einigen Jahren ist das Dengue-Fieber wieder auf dem Vormarsch. Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollte man sich vor allem vor Mückenstichen oder anderen Insekten schützen, welche am häufigsten Überträger sind.
In den vergangenen Jahren sind neben den Küstenregionen vermehrt auch Fälle im zentralen Hochland vorgekommen.
Als Schutz gelten lange Kleidung, Moskitonetze und Mückenschutzmittel, das in regelmäßigen Abständen aufgetragen werden sollte. Vor allem in den Regionen Yucatán, Veracruz, Chiapas und Guerrero ist die Zahl der Infektionen stark angestiegen. 2011 gab es 60.000 Verdachtsfälle auf Dengue-Virus, etwa 40 Erkrankte sind verstorben.
Das Auswärtige Amt stellt zur Prophylaxe ein Merkblatt zum Schutz vor Insektenstichen und daraus resultierenden Infektionskrankheiten bereit.

• Zika-Virus (ZIKV): Das Zika-Virus wird ebenso durch Stechmücken auf den Menschen übertragen. Für die Erkrankung sind Symptome wie Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Entzündungen der Augenbindehaut sowie seltener Muskel- bzw. Kopfschmerzen und Erbrechen typisch. Der Hautausschlag hält durschnittlich sechs Tage an, weitere Symptome nehmen früher ab. Schwerpunkte der ZIKV-Übertragung stellen aktuell Mittel- und Südamerika (v.a. Brasilien und Kolumbien) dar. Das Auswärtige Amt empfiehlt insbesondere Schwangeren (in Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) und dem Robert-Koch-Institut) von vermeidbaren Reisen in ZIKV-Ausbruchsgebiete abzusehen. Das Risiko frühkindlicher Fehlbildungen muss bei einer Infektion der Frau derzeit als wahrscheinlich eingestuft werden.

• Chagas: Die durch Parasiten verursachte Erkrankung des Herzens, der Verdauungsorgane und des Nervensystems, kommt in Mexiko relativ häufig vor. Raubwanzen sind die Überträger von Chagas, indem man mit dem Kot der Wanzen in Berührung kommt oder von ihr gebissen wird. Die Inkubationszeit liegt bei 1-2 Wochen. Symptome sind Hautschwellung, Bindehautentzündung und Schwellung der Augenlieder sowie Begleiterscheinungen wie Fieber, Bauchschmerzen und Durchfall. Derzeit besteht keine Impfmöglichkeit.

• Malaria: In ganz Mexiko sowie insbesondere in den südlichen Bundesstaaten, herrscht ganzjährig ein mittleres Malariarisiko. Dagegen gelten die Höhenlagen, Städte sowie Küstenregionen als malariafrei. Gegen Malaria gibt es sowohl eine wirksame Chemoprophylaxe, als auch Notfallmedikamente.

• Cholera: Fälle der bakteriellen Infektionskrankheit Cholera werden vereinzelt gemeldet. Bei schlechten hygienischen Bedingungen, wo sauberes Wasser und Abwasserbeseitigung nicht garantiert werden können, kann es einem Cholera-Ausbruch kommen. Cholera-Erkrankte leiden unter sehr wässrigem Durchfall, häufig einhergehend mit Erbrechen. Um eine Infektion zu vermeiden, gilt eine bestimmte Lebensmittelhygiene und besondere Achtsamkeit gegenüber Wasser bzw. Salaten und Obst.

Schwerwiegende Tropenkrankheiten sind in Gebieten bis auf den Dschungel in der Regel nicht zu befürchten. Um jedoch sicher zu gehen, sollte dies vorab durch einen Besuch beim Haus- oder Facharzt geklärt werden.
Treten nach der Reise Symptome auf, sollte ebenso der Hausarzt und/oder Tropenmediziner aufgesucht werden.

Hier finden Sie medizinische Tipps und Infos von der Deutschen Botschaft in Mexico City!

Haftungsausschluss:
Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.